Alt-Right oder alte neue Beratungsresistenz

Bei diesem Post des VICE Magazins (via Dangerous Minds) zu der amerikanischen Propagandamaschine von Alt right ist mir mal wieder aufgefallen, dass die deutsche gefühlt linke Mitte, die liberalen, die sich im Netz 2.0 bilden,  in den letzten 15 Jahren etwa eigentlich mehr oder weniger unfreiwillig aufgrund Beratungsresistenz der neuen Rechten aufgesessen sind. Rechts und Links davon hat man die Auswüchse durch Verstärkung ebendem oder Schweigen wahrgenommen.

Es lohnt sich für mich die von Alex Jones emotional als Freiheitsbewegung maskierte Rhetorik revue passieren zu lassen. In Ihnen steckt das Bedürfnis der Massen nach Macht und Geltung für ihr Privatleben (Stichwort: Selbstwirksamkeit), die aber letztlich nur ihre Wahrnehmung, die Wirklichkeit aushöhlen. Was damals begann und dann in den nächsten Jahren weitere Konsequenzen in der Gesellschaft nach sich zog, die bis in PEGIDA, AFD und dergleichen münden: Einfache liberale die sich engagieren wollen, im Netz bilden, verabreden und sich von Charismatikern freiwillig einheizen lassen. (Wovon dann einige Exemplare dann geifern „Merkel muss weg“ … man soll ja Menschen nach ihren Taten beurteilen und nich nach ihrem Aussehen. Was mir hier schwer fällt.)

Ich weiss noch wie ein Jugendfreund im jungen Erwachsenen Alter mir den Film Zeitgeist (da wo Alex Jones seine Parolen ins Megafon schreit) vorführte und davon tief beeindruckt schien. Heute ist es unerträglich zu sehen wie leichtfertig und gierig man nach Geltung sein kann, die Folgen auszublenden und wie leicht es wohl Menschen fällt diese Wirkungen mit anderen zu teilen.

Gegen irgendwas zu sein oder nur für eine Sache ist letztlich eine Seite eines Machtegfüges. Welche Seite ist nur die Frage der Quantität. Ohne Hügelgesellschaften kommt  Zivilisation wohl nicht aus, aber die nach Komplexitätsabbau und Defaitismus riechende neue Rechte darf seitens der Linken oder einfach nur denkender Menschen nicht unbeachtet bleiben.

 

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